„Habe ich nicht Recht gehabt!?”, „Ich habe Dir doch gesagt!”, sagen wir immer, und wiederholen die selbe Wörte, die manchmal nicht mehr als eine Störung für die anderen sein könnnen. Und trotzdem, obwohl wir selbst einmal diese Wörte gehört haben müssen, zögern wir keineswegs sie noch einmal zu verlauten. Wem sind eigentlich diese Wörte zugewendet? Sind sie nicht viel mehr für uns selbst zur Sprache gebracht, und nicht für die, mit den wir sprechen? Wir erfahren alle ein einzigartiges Wohlgefallen, ein Vergnügen, wenn wir Recht haben können. Und es ist nicht nur ein Wohlgefallen, es ist gewissermassen mehr und gleichzeitig weniger als das. Aber was ist es, denn? Die Erörterung dieser Fragen, die ich bis jetzt gestellt habe – so weit ich sehe – laufen in einer Frage zusammen, die unser Bedarf nach Recht zu haben zum Ausdruck bringen muss: Was heisst Recht zu haben?

Zunächst muss ich zu der psychologischen Theorie der Vorhersage zuwenden, da diese Theorien eine wichtige Rolle für meine Untersuchung spielen. Danach dieser Theorie, unsere eigene Vorhersage (prophecy) kann, unter bestimmte Bedingungen, das Benehmen anderer Leute beinflussen. Der Begriff, der für solche Vorhersage verwendet wird, heisst „selbst-erfühlende Vorhersage” (self-fulfilling prophecy). Einer der wichtigen Vortreters dieser Theorie, Robert Rosenthal, versucht durch verschiedene Experimente zu beweisen, dass den Menschen nicht Recht zu haben nicht gefallen, und deshalb haben sie eine Neigung nur das wahrzunehmen, was ihre Vorhersage erfühlen kann.

Die Begegnung eines Menschen mit einem anderen kann ein sehr gutes Beispiel in diesen Fall sein. Wenn der erste denkt und erwartet, dass der andere zuwieder sein wird, dann unabhängig von wie der zweite sich benehmen wird, wird er tatsächlich zuwieder für den erste Mensch sein. Die Vorhersage des ersten Menschen wird sich erfühlen. Das glecihe passiert, wenn z. B. der Lehrer erwartet von einem Schüler bereit zu sein, und die Experimenten in diesem Fall zeigen, dass derselbe Schüler bekommt nicht nur eine bessere Note, aber er wird auch, mit der Zeit, tatsächlich besser als er ist.

Woher kommt dieser zwingende Bedarf, Recht zu haben, der sogar die Wahrnehmung und Erfahrung maßgebend beinflussen kann, und kann uns zwingen die Welt so zu erfahren, nicht wie sie ist, sondern nach unserer eigene Maßgabe? Unser Bedarf, Recht zu haben, heisst aber nicht nur, dass wir Recht haben müssen, sondern auch, dass die andere sich irren müssen. Es hat ein Sinn Recht zu haben nur dann, wenn die anderen keine haben. Recht zu haben hat einen einseitgen Sinn, und nur so kann das ein Wohlgefallen bewirken. Trotzdem, sagen wir manchmal, dass die anderen teilweise auch Recht haben, oder haben können. Die Gerechtigkeit selbst scheint zweideutig zu sein, weil es immer möglich ist, dass zu entdecken, dass Du eigentlich keine Recht gehabt hast, oder nur teilweise. Dieser Gefahr ist aber von den selbst-erfühlenden Vorhersagen, die auch rückwirkend sein können, verringert.

Ist es hier nicht eine pschologische Notwendigkeit im Spiel? Ist es nicht notwendig, dass wir so oft wie möglich Recht haben, oder nur denken dass wir Recht haben – was eigentlich, das selbe ist – um unsere psychologische Gleichgewicht zu bewahren? Wenn wir mehrmals und standhaft keine Recht mehr haben, dann wird zwischen uns und der Welt eine Spaltbarkeit geben, und wir werden in einem Fremde verwandeln.

Wir reden mit den anderen Menschen, um sie zu überzeugen, dass wir Recht haben. Es ist so, wie wir denken dass es ist, und wir sind bereit alle Nachweise zu bringen, um dass nachzuweisen. Aber wir brauchen für uns keine Nachweise, die sind für die andren. Es ist schwer einen Mensch zu vorstellen, dem gefähllt nicht Recht zu haben, schwer wenn nicht unmöglich. Jedes Gespräch geht zum Ende, wenn die Recht schon „geteilt” oder „gegeben” ist, zu dem, der sie am Meistens braucht. Die Welt, in der wir leben, ist die Welt in der wir Recht haben. Wir teilen unsere Welt nur insofern wir unsere Gerechtigkeit teilen. Und wenn uns scheint, dass wir keine Recht haben können, dann versuchen wir unsere Recht herauszufinden. Die psychologische Unternemungen haben dieses Verhalten, das selbst-erfühlende Vorhersagen genannt. Der Stolz oder die Eigensinnigkeit sind nicht mehr als die häftige und übertriebende Wächter unseres Bedarf Recht zu haben, Wächter die immer anwesend sind, sogar wenn ihre Wirkungen schwer zu sehen sind, sogar wenn sie gezämt oder erzogen sind.

Um weiter zu gehen, muss ich fragen, was wir eigentlich unter „Recht haben” verstehen. Es scheint so, dass die Recht etwas was gegeben und bekommen sei. Die Recht wird uns von den anderen gegeben, und nur so können wir Recht haben. Es fragt sich ob es nicht eine quantitative Vorstellung von Gerechtigkeit im Spiel gebracht wird, die wir alle verwenden. Nur auf diese Weise sind solche Ausdrucke wie „du hast teilweise Recht” oder „du hast so viel Recht” zu verstehen. Es gib Ausdrucke, die eine änliche Bedeutung haben, auf viele europäische Sprachen: auf französisch sagt man „avoir raison”, auf spanisch, „tener razon”. Das besagt aber, dass wir unter „Recht” keineswegs die platonische eidos (Idee) der Gerechtigkeit verstehen, als die die jenseits diese materielle Welt ist, und kann überhaupt nicht geteil werden. Wir können mehr oder weniger Recht haben, aber diese Gerechtigkeit ist viel mehr eine imperfekte Kopie der platonische Idee, die Zeichnen einem unerwünschten Relativismus, denn wir anerkennen müssen, dass machmal unsere Recht selbst gar nicht Recht hat. Deshalb ist es auch einfacher für uns zu anerkennen, dass der andere Recht hat, und nicht die Gerechtigkeit selbst. Und trotzdem jubilieren wir, wenn wir Recht haben, als ob hätten wir vergessen, dass unsere Recht selbst nicht Recht haben kann.

Diese Vorstellung von Recht, die bis jetzt zum Vorschein gebracht wird, setzt die Attributen von Quantität und Unvollkommenheit vorraus. Es giobt aber eine andere Vorstellung von dem selben Begriff, die auch in der Sprache zum Ausdruck gekommen ist. Um dass besser zu verstehen, muss ich jetzt zu dem englischen Ausdruck „you are right” zuwenden. Was besagt eigentlich dieses Ausdruck? Sagt es das selbe wie „du hast Recht” oder „tu a reson”? Ist es auch hier eine qvantitative und unvollkommene Vorstellung der Gerechtigkeit im Spiel? Der offenkundige Unterschied zwischen diesen sprachlichen Ausdrücke unserer Vorstellung der Gerechtigkeit liegt in der Verwendung der Verben. Auf englisch wird statt „haben”, „sein” benutzt. Man hat kein Recht, sondern man ist sozusagen die Recht selbst. Man gibt oder bekommt die Recht auf englisch nicht, sondern man findet sich oder findet sich nicht in dem Bereich der Gerechtigkeit. Die Gerechtigkeit ist nicht mehr etwas, was gehabt sein kann, sondern viel mehr eine Art und Weise von sein.

Dieses Ausdruck, „you are right” ist viel anspruchsvoller, und bringt mit ihm eine andere Vorstellung von Gerechtigkeit, die mit unserer Existenz im Verbindung gebracht wird. Es ist nicht eine quantitative Vorstellung, denn man kann nicht „almost right” sein, so wie man z. B. „almost there” sein kann. Hier gibt es kein mehr oder weniger. Diese Vorstellung von Gerechtigkeit, die jetzt im Spiel gebracht wird, ist viel änlicher mit dem Begriff der Gerechtigkeit, die von dem platonischen Socrates, gesucht war.

Diese zwei Vorstellungen von Gerechtigkeit, die durch zwei verschiedene Verben zum ausdruck gekommen sind, kann nicht im Einklang gebracht werden. Das erste Ausdruck, „Recht haben”, kann also als ein Versuch mit unserem Bedarf nach Gerechtigkeit ein Kompromiss zu machen, verstanden werden. Man braucht notwendigerweise Recht zu haben, und weil alle anderen Recht haben wollen, wird ein solcher Kompromiss vorausgesetzt. Auf diese Weise kann man viel Recht haben, oder weniger, weil Gerechtigkeit ist etwas, was von unsere Bedarf Recht zu haben relativisiert wurde. Der andere Begriff von Gerechtigkeit, der durch das englische Ausdruck zum Vorschein gebracht wird, besagt das Gerechtigkeit nicht etwas relatives, oder etwas, was geteilt und gegeben sein kann, sondern viel mehr etwas, was nicht durch unsere Kräfte verwandelt, oder gegeben wird, sondern etwas selbstständiges und vollkommen, der unsere Wohnen ermöglicht.

Die Spanung zwischen diesen zwei Ausdrucke unserer Vorstellung der Gerechtigkeit ist eigentlich die Spanung zwischen zwei Weise von was Weltanschaaungen genannt wird. Die erste setzt den Mensch in der Mitte der Welt als Herr und Massgabe aller Dinge. Die Gerechtigkeit selbst wird von den Menschen geteilt und gegeben. Die zweite Weise von Weltanschaaung erkennt, dass der Mensch zwar in Gerechtigkeit „sein kann”, aber leugnet dass der Mensch selbst die Massname dieser Gerechtigkeit sei.

Die Frage, ob eine oder die andere von dieser Weltanschauungen Recht hat, ist eine unmögliche Frage, die ihre Antwort schon vorausgesetzt hat. Wie soll aber gefragt werde, um die Frage als eine Frage zu bewahren?

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